English English | Deutsch Deutsch

Dies ist ein sehr schönes Bild des Venustransits, auch Venusdurchgang genannt, vom 5. Juni 2012. Man kann links oben sogar die Atmosphäre der Venus sehen, da das Sonnenlicht von ihr gestreut und gebrochen wird. Auf dem Bild lassen sich auch Einzelheiten der Sonnenoberfläche und kleinere Protuberanzen erkennen. Sie werden von heißen Gasen erzeugt, die aufsteigen und dann wieder zurück in die Sonne fallen.

Wir sind übrigens in der Lage die Atmosphäre extrasolarer Planeten (d.h. Planeten anderer Sternensysteme) mit Hilfe derartiger Planetentransits zu untersuchen. Damit können wir sogar erste Anzeichen von Leben auf anderen Planeten sichten. Das Licht eines jeden Sterns, das eine Atmosphäre passiert, hat ein eigenes Spektrum, mit dem wir die Bestandteile der Atmosphäre nachweisen können. Einige chemische Verbindungen, wie beispielsweise größere Mengen von Sauerstoff in der Atmosphäre fremder Planeten, sind Biomarker, die anzeigen, dass wir nicht die einzigen Lebewesen in unserer Galaxie sein könnten. Allein in unserer Milchstraße gibt es mehr als eine Milliarde Planeten in der habitablen Zone, also in dem Entfernungsbereich um einen Stern, in dem moderate Temperaturen herrschen und Wasser somit flüssig vorkommt. Leider ist nur ein Bruchteil all dieser Planeten so zwischen der Erde und deren Heimatstern angeordnet, dass wir in der Lage sind, überhaupt einen Transit beobachten zu können. Aber vielleicht gelingt uns mit etwas Glück doch, einige Kandidaten für extraterrestrisches Leben zu finden.

Es gibt zwei vielversprechende Teleskope, die speziell für diese Art von Arbeit ausgestattet sind: das James-Webb-Weltraum-Teleskop und Cheops. Einige zukünftige bodengestützte Teleskope wie das European Extremely Large Telescope (E-ELT) sind ebenso für diese Aufgabe geeignet. Selbst das berühmte Hubble-Weltraum-Teleskop, das ganz und gar nicht für derartige Arbeiten gebaut wurde, hat bereits die Atmosphäre von Planet HD 209458b (ein "heißer Jupiter") analysiert. Dabei wurden Natrium, Sauerstoff (in geringer Konzentration und daher kein Biomarker) und Kohlenstoff in seiner Atmosphäre nachgewiesen. Da es sich um einen heißen Jupiter handelt, ist er sicherlich kein besonders guter Kandidat für einen lebensfreundlichen Planeten. Doch diese Analyse ist ein erster wichtiger Schritt in der Untersuchung von Atmosphären anderer extrasolarer Planeten.


Alle Texte und Artikel sind lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International Lizenz.

Creative Commons License
Venustransit
Meteorites for sale
Veröffentlicht von Veröffentlicht oder zuletzt modifiziert am 16.11.2019